1886 Else Louise Glowsky 1.5.3
Else wird am 22.10.1886 in Crefeld geboren. Auch sie zieht es in die Hansestadt Hamburg, wo sie nachweislich als Krankenschwester im Hafenkrankenhaus tätig war. Als Oberschwester fährt sie mit dem Dampfschiff Eupatoria von Hamburg über Antwerpen, als Reisende (keine Auswanderung) mit Zwischenstation Puerto Colombia, wo der mit ihr reisende, 22-jährige Kaufmann Otto Lehmann aus Altona das Schiff verlässt. Else fährt weiter durch den erst vor 11 Jahren in Betrieb genommenen Panamakanal zu ihrem Zielhafen La Libertad, an die Pazifikküste von Ecuador. Es darf vermutet werden, dass die Krankenschwester noch vor ihrer Abfahrt in HH, einen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte. Im Einwohnermeldeverzeichnis der Stadt Gera, für die Zeit 1941 – 42, findet man „Elsa“ verwitwete Sauerbrei, * Glowsky, sowie ihren Vater Joseph 1.5 und auch ihre 4 Jahre ältere Schwester Emilie 1.5.1 , mit der Wohnanschrift: Hindenburgstraße 4, in Gera.
Wenn Frauen in dieser Zeit zu Witwen wurden, dann sind ihre Ehemänner meistens als Kriegsteilnehmer verstorben. Nachdem der Vater 1943 in Gera mit 89 Jahren verstirbt, zieht die Witwe Else, gemeinsam mit ihrer ledig gebliebenen Schwester Emilie, in das nur wenige km westlich von Gera gelegene 07639 Bad Klosterlausnitz um, wo sie nach dem Tod von Emilie im Jahr 1966 noch viele Jahre gelebt hat.
Else Louise * Glowsky, verw. Sauerbrei, verstirbt mutmaßlich kinderlos, kurz vor ihrem 99. Geburtstag, am 30.08.1985 in dem etwa 50 km südlicher gelegenen 07929 Ebersdorf in dem damiligen Altenheim Schloß Ebersdorf. Registriert im Standesamt Saalburg-Ebersdorf, Registrier-Nr. 201.
Nach dem Erhalt dieser vorgenannten Standesamtkopie am 15.04.2026 musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Else „geschieden“ sei. Noch zu Kriegszeiten wurde sie im Einwohnerregister der Stadt Gera (wie bereits oben beschrieben) als verwitwete Elsa Sauerbrei, geb. Glowsky, gelistet. Und nun heißt es in ihrer Sterbeurkunde, dass sie „geschieden“ sei. Hier besteht Erklärungsbedarf! Das Altenheim, in dem sie verst. ist, gehörte vor der Enteignung 1948 durch die Sowjetunion, der adligen Familie Reuß. Im Jahr 2001 hat Prinz Heinrich XIX Reuß das Schloß zu einem symbolischen Preis von 100 000 €uro gekauft. Bitte nicht verwechseln mit dem Reichsbürger Prinz Heinrich Reuß, der sich seit 2024 vor Gericht in Frankfurt verantworten muss.
